Postwachstumsökonomie

Die Klimabewegung hat die Gefahren, die mit der Klimaveränderung drohen fast allen Menschen bewusst gemacht. Damit ist die Frage nach den notwendigen Schritten zum Klimaschutz aber noch nicht beantwortet. Der Kapitalismus zerstört die Umwelt gestern, heute und morgen. Schon längst verbraucht die kapitalistische Wirtschaft viel mehr Ressourcen als der Planet auf Dauer aushalten kann. Doch zu viel ist nicht genug: jedes Jahr, jedes Quartal muss die Wirtschaft weiter wachsen. Koste was es wolle. Innerhalb der Klimabewegung wird das Konzept der Postwachstumsökonomie denn auch immer mehr diskutiert: Ist es möglich, dem Wachstumszwang des Kapitalismus zu bändigen, ohne die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen ganz auf den Kopf zu stellen? Ist ein grüner Kapitalismus möglich oder ein Widerspruch in sich? Und warum fordern Anti-kapitalist*innen einen Green New Deal, wenn solche Vorschläge auch kein Ende des Kapitalismus vorsehen? Diese und weitere Fragen wollen wir mit Euch und mit Freek Blauwhof diskutieren.


Climate Turn und Labour Turn - Wie geht ökologische Klassenpolitik?

Die Klimabewegung hat die drohende Klimakatastrophe in unser aller Bewusstsein gerufen. Eine Kehrtwende der Klimapolitik ist jedoch nicht in Sicht. Umso dringlicher wird die Frage, wie es uns gelingt, gesellschaftliche Macht und Druck aufzubauen, die es für eine grundlegende sozial-ökologische Transformation dringend braucht. Julia Kaiser hat im letzten Jahr in der gemeinsam von ver.di und Fridays For Future getragenen Kampagne zur Begleitung der Tarifauseinandersetzungen im Nahverkehr mitgearbeitet und damit eine Blaupause dafür geschaffen, wie Gewerkschaftsbewegung und Klimabewegung zusammen an einem Strang ziehen können. Oliver Pye arbeitet gemeinsam mit Arbeiter*innen der Palm-Öl Industrie an einer Strategie, die die Zusammenführung der Kämpfe um Landrechte, Arbeitsbedingungen und Umweltgerechtigkeit in den Fokus rückt. Gemeinsam wollen wir diskutieren, warum wir diese Bündnisse brauchen, wo ihre Herausforderungen liegen und vor allem, wie wir sie in der kommenden Zeit stärken und aufbauen können.


Was hat die Covid 19-Pandemie mit dem Klimaschutz zu tun?

Veranstaltung wird auf ENGLISCH - Event will be held in ENGLISH

Die Corona-Krise hat die Welt seit fast einem Jahr im Griff. Die Staaten der Welt sprechen von der größten Krise seit dem 2. Weltkrieg und greifen in einem Ausmaß in die Wirtschaft ein, das vorher als unmöglich abgetan wurde. Kann die Klimabewegung daran ansetzen und die aktuelle Sichtbarkeit staatlichen Handelns für den Klimaschutz nutzen? Was ist die tiefere Ursache für die Corona-Pandemie und was hat das mit der Klimakrise zutun? Wir fragen nach bei Andreas Malm.

The Corona crisis has had the world in its grip for almost a year now. Governments of the world are talking about the biggest crisis since the Second World War and intervene in the economy to an extent that would have been dismissed as impossible earlier. Can the climate movement draw on that and use the current visibility of the government action for its own interests? What is the deeper cause of the Corona pandemic and what does it have to do with the climate crisis? We ask Andreas Malm (scientist and author of works such as Corona, Climate, Chronic Emergency and How to Blow Up a Pipeline).


Gibt es eine Perspektive auf eine Linksregierung in Deutschland?

Nach den langen Jahren Großer Koalition sehnen sich viele nach einem Politikwechsel. Es ist Zeit für einen neuen linken Aufbruch: für eine Kehrtwende hin zu sozialer, nachhaltiger und friedlicher Politik. Nicht wenige wünschen sich eine Regierung unter Beteiligung der LINKEN. Doch kann es eine Regierungsbeteiligung bei den derzeitigen Kräfteverhältnissen geben, ohne wesentliche linke Positionen aufzugeben? Ist es für eine linke Partei überhaupt eine sinnvolle Strategie, zu versuchen, die Gesellschaft über Regierungsbeteiligungen zu verändern, oder gibt man damit das entscheidende Machtmittel des Protestes und des Widerstands aus der Hand?

Read more


Antimuslimischer Rassismus: Die unterschätzte Gefahr

Der Antimuslimische Rassismus in Deutschland nimmt zu und wird immer ungehemmter und gewalttätiger. So lesen wir immer öfter von Angriffen auf Frauen, die ein Kopftuch tragen. Extreme Rechte wie die AfD hetzen gegen den Islam. Aber Islamfeindlichkeit ist auch zunehmend in der Mitte der Gesellschaft verbreitet. Der Islam wird als antiliberal und rückschrittlich abgestempelt und mit Terrorismus gleichgesetzt. Sogenannte „Islamexperten“ fordern Kopftuchverbote und weitere Einschränkungen der Religionsfreiheit -die offensichtlich nur Muslime betrifft. Begriffe wie “Islamfaschismus” werden als politisches Instrument genutzt, um Hass gegenüber dem Islam zu legitimieren oder den Hass gar als “Antifaschismus” darzustellen. Spätestens nach dem rechten Terror in Hanau sollte klar sein, dass der Rassismus der explizit auf Muslime abzielt, bekämpft werden muss. Doch es passiert nichts, um Antimuslimischen Rassismus und bestehende Diskriminierungen zu beseitigen. Oft tun sich auch Linke schwer, Muslime gegen Vorurteile offensiv zu verteidigen.

Read more


Wie viel NSDAP steckt in der AfD?

Der sogenannte „Flügel“ um den offen faschistisch auftretenden Björn Höcke hat seine Auflösung bekannt gegeben. Der nationalistisch konservative Teil der ‚AfD’ um Jörg Meuthen scheint jetzt den Ton anzugeben. Die Partei geriert sich nun wieder als bürgerlich, neoliberal und grundgesetztreu. Die offen gewaltverherrlichenden und rechtsextremen Umsturzphantasien scheinen aus dem Mainstream der Partei verbannt. Doch inwiefern entspricht dieses Bild der Realität innerhalb der momentanen ‚AfD‘? Ist es am Ende alles nur eine Show, um den wahren Einfluss des „Flügels“ zu verbergen und das Image wiederherzustellen? Oder stellt sich die Realität komplexer und vielschichtiger dar? Diese Gedanken beleuchten wir im Rahmen des Podiums von mehreren Seiten, um eine Antwort zu finden, auf die Frage „Wie viel NSDAP steck in der AfD?“.

Read more


Corona and Class Struggle - Understanding the World Economic Crisis?

The International Monetary Fund and Marxists are exceptionally in agreement: the economic crisis resulting from the corona pandemic is arguably the most drastic event that the capitalist world economy has experienced since the Great Depression of the 1930s. Unemployment is rising at a record pace in the United States. The EU threatens to break down over the question on who pays to fight the pandemic. Global government debt is growing faster than ever, and crisis will exacerbate inequality globally. Today's pandemic is neither the first nor the deadliest in history, but its social and economic impact is unprecedented. David McNally discusses with us how Corona could become a “trigger” that shakes the foundations of fragile capitalism in the 21st century. He explains why aid from governments and central banks do not solve the problem, but only treats symptoms of an underlying crisis. And we will discuss with him what struggles socialists and the working class are facing.

Read more


After the Sanders defeat - what next for the US left?

Many have hoped that Bernie Sanders would be the Democrats’ candidate in the upcoming US presidential election to challenge Donald Trump. His campaign has inspired and activated millions of people in the United States. A grassroots movement of primarily newly politicized people built the backbone of the election campaign of a candidate who calls himself a democratic socialist. His candidacy became a symbol for an alternative to neoliberalism and a health system that benefits only a few and remains unaffordable for the poor. The corona crisis made obvious just how justified Sanders’ criticism really is. And yet Sanders was defeated by the dull and bland Joe Biden in the Democratic primary.

How does the left in the United States react to the current threat of a global economic crisis and to growing political tensions? What role can the Democratic Socialists of America (DSA) play, who have stated that the, and the are seeing an explosive growth of new members during the past few weeks? What remains of a nationwide network of groundwork and organizing?

We will be discussing these and other questions with the American trade unionist and member of the DSA Eric Blanc, who is the author of the book »Red State Revolt« and was actively involved in building the Bernie Sanders campaign.

Read more


10 years after the Arab Revolutions of 2011 - Lessons for today

In 2011, a wave of revolutions shook the Arab world. Starting from Tunisia and Egypt, an unprecedented uprising of millions shook almost every Arab country, demanding »Bread, dignity and social justice«. Dubbed as the Arab Spring, the movement toppled dictators like Ben Ali and Mubarak, created new forms of democracy from below and send hopes to ordinary people for thorough social change. A few years later, the picture looked grim. Egypt saw a bloody military coup in 2013, the Syrian revolution was turned gradually into a bitter civil war, Yemen and Lybia were sent into chaos and despair by foreign intervention. What are the lessons of the Arab Spring 2011 and its aftermath?

Hossam Hamalawy, a socialist who took part in the epic events of 2011 to 2013 in Egypt, will draw in this meeting the most important lessons. This is all the more welcome since the Arab world saw new movements and new hope last year, with mass revolts in Sudan, Algeria, Lebanon and Iraq.

Read more


Eine unvollendete Revolution: Die Anfänge der Solidarnosc-Bewegung

Vor vierzig Jahren erschütterten massive Streiks der Arbeiter*innen gegen Ausbeutung und Unterdrückung die herrschende Bürokratie der Volksrepublik Polen. Kurz danach entstand die erste von Staat und Partei unabhängige Gewerkschaft im damaligen Ostblock, die Solidarność, die schon nach wenigen Monaten 10 Millionen Mitglieder gewann. Obwohl sich Polen sozialistisch nannte, herrschten die Arbeiter*innen nicht und begehrten nun gegen Ausbeutung und Unterdrückung auf. Die Bewegung weckte die Hoffnung auf einen Sozialismus von unten, in dem die Macht von Arbeiter*innenräten und nicht von dem Beamtenapparat ausgeübt wird. Die Tatsache, dass es keine revolutionär-marxistische Führung innerhalb der Solidarność gab, führte dazu, dass die Bewegung konterrevolutionäre Züge annahm, um schlussendlich das staatskapitalistische Regime durch den neoliberalen Kapitalismus zu ersetzen.

Read more