Marx mit Lacan: Ideologiekritik aus psychoanalytischer Perspektive

Zwar war Jacques Lacan kein Gesellschaftstheoretiker. Doch ähnlich, wie Wilhelm Reich und Herbert Marcuse im Zuge der 68er-Revolten an Sigmund Freud anschlossen und damit einen Freudomarxismus hervorbrachten, existiert heute im Umfeld der Schule von Ljubljana eine marxistisch orientierte Lacan-Rezeption. Der Vortrag bietet eine Einführung in diesen Lacan-Marxismus und fragt, wie unter den veränderten Bedingungen postfordistischer Gesellschaften die Funktionsweise von Ideologie neu zu denken ist. Im Zentrum steht dabei ein von Lacan beschriebener Wandel in den Subjektstrukturen: Nach dem Untergang der partriachalen Kleinfamilie mit ihrer ödipalen Struktur haben wir es heute mit einer Subjektivierung zu tun, die statt befreite Subjekt hervorzubringen, diese vielmehr einer neuartigen Form einer "Biopolitik des Genießens" unterwirft.

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Is capitalism the pandemic? The causes of the corona virus

It is tempting to see pandemics as unpredictable, cataclysmic incursions of nature into human society. Yet the outbreak of Coronavirus Disease (Covid-19) is anything but a “natural” phenomenon. Epidemics and pandemics happen in a social, political and economic context, which interweaves with processes such as the mutation of viruses, their passage from one host to another and their impact on living organisms. The nature of the Covid-19 pandemic cannot therefore be grasped without considering capitalism in its current configuration. Joseph Choonara will explore how pandemics enmesh with the logic of capital and offers some potential responses from the left.

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Klima, Corona und Kapitalismus

Die Lehre aus Corona ist, dass sich keine Krise abgekoppelt vom System betrachten lässt. Wenn wir verhindern wollen, dass der Pandemie ein Katastrophenkapitalismus folgt, müssen wir stärker denn je an einer ökologischen und sozialen Transformation arbeiten, die globale Gerechtigkeit zum Ziel hat." Kathrin Hartmann wird in der Veranstaltung zeigen wie die herrschende Klasse bisher versucht - und es noch stärker versuchen wird - die aktuelle Krise dafür zu nutzen, den fossilen Kapitalismus zu stärken. Denn die Krise ist nicht automatisch eine Chance für die Klimabewegung, sondern führt dazu, dass die gegensätzlichen Interessen deutlicher werden und die Machtfrage sich immer offensichtlicher aufdrängt.

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Die Linke und der Lockdown – Perspektiven für sozialistische Politik in der Corona-Krise

Andreas Kluth, der ehemalige Chefredakteur von »Handelsblatt Global« und Autor des »Economist« schreibt: »Das irreführendste Klischee über das Coronavirus ist, dass es uns alle gleich behandelt. Das tut es nicht, weder medizinisch noch wirtschaftlich, sozial oder psychologisch. Insbesondere verschlimmert Covid-19 bereits bestehende Bedingungen der Ungleichheit, wo immer es auftritt. Schon bald wird dies soziale Unruhen bis hin zu Aufständen und Revolutionen auslösen.« Die Linke sollte das beherzigen und jetzt damit beginnen, als klare Oppositionskraft gegen den Kurs der Bundesregierung in Erscheinung zu treten und unter dem Motto "Menschen vor Profite" den Widerstand von unten aufbauen. Der Protest muss in der Zeit, in der das Virus noch schwelt, anders organisiert werden, als in der Zeit danach. Aber er muss organisiert werden und die Linke sollte sich auch für die Zeit nach dem Virus rüsten.

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Kapitalisten enteignen?! Ja, bitte! Strategien gegen die Krise und das System

In der Coronakrise wird deutlich, wie die Profitinteressen der Wirtschaft gegen den Gesundheitsschutz der Bevölkerung stehen: die kapitalistische Nahrungsmittelindustrie begünstigt die Verbreitung von Viren; das neoliberal zugerichtete Gesundheitswesen kollabiert in vielen Ländern; die Konzerne machen Druck, die Produktion hochzufahren - ohne den Beschäftigten angemessenen Gesundheitsschutz zu gewähren. Hier zeigen sich die fatalen Auswirkungen der ungerechten Eigentumsverhältnisse in der Gesellschaft auf Mensch, Natur und die Demokratie. Doch dies bleibt nicht ohne Widerspruch. Aktuell fordern Beschäftigte aus den Krankenhäusern die Rücknahme von Privatisierungen und auch in den Kämpfen gegen Gentrifizierung und Mietsteigerungen wurden in den letzten Jahren die Stimmen für eine Enteignung der Immobilienkonzerne lauter.

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Gesundheitswesen in der Corona-Krise - internationale Berichte und Forderungen der Beschäftigten

Seit der Corona Virus die ganze Welt im Griff hat, wendet sich überall die Öffentlichkeit den Gesundheitsarbeiter*innen zu – es wird geklatscht und sich bedankt, die Forderungen werden unterstützt. In dieser Situation wird nochmals deutlicher: Wir alle sind angewiesen auf ein gut funktionierendes Gesundheitswesen, genügend Personal, gute Arbeitsbedingungen und genügend Kapazitäten in den Krankenhäusern. Die tausenden Corona-Toten in Europa und den USA sind die Rechnung für ein seit Jahrzehnten zusammengesparten Gesundheitswesen. Die katastrophalen Auswirkungen der Corona-Krise werden von den Pfleger*innen, Ärzt*innen und anderen Beschäftigten am eigenen Leib erlebt: die Belastung ist enorm hoch, oftmals fehlt es an den nötigsten Mitteln zum Schutz der Beschäftigten und zur Versorgung der Patienten. Doch diese Situation hat auch eine andere Seite – selten wurde den Stimmen der Beschäftigten so gut zugehört wie jetzt, und das bedeutet: die Krise der Gesundheitsversorgung eröffnet auch Möglichkeiten, den Mensch wieder in den Vordergrund zu stellen, statt den Profit. Krankenhäuser werden wieder in staatliche Hand genommen, das Fallpauschalensystem wurde teilweise außer Kraft gesetzt – dies wäre zurvor nicht denkbar gewesen. Bei dieser Veranstaltung im Rahmen des digitalen Marx Is‘ Muss Kongress wollen wir mit Beschäftigen aus dem Gesundheitswesen aus Spanien und Deutschland über die aktuelle Situation und ihre Forderungen sprechen.

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Über den notwendigen gemeinsamen Kampf für Trans*- und Frauenbefreiung

Die Situation für Transmenschen in Deutschland ist alles andere als rosig, der Kampf gegen alle Formen der Diskriminierung wird hart geführt. Die AfD sieht in der Transgesetzgebung einen »Kreuzzug« gegen die Zweigeschlechtlichkeit und bezeichnet es als „staatliche sexualisierte Nötigung“ wenn Kitas und Schulen über die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt der Gesellschaft aufklären. Manche Feministinnen sehen Transfrauen nicht als »echte Frauen« an und beziehen sie nicht in feministische Kämpfe ein. Doch Frauenkämpfe und Kämpfe von Transmenschen zu trennen, schwächt beide. Bedingungslose Solidarität mit den Unterdrückten bedeutet, die Transselbstidentifizierung und die nichtbinäre Geschlechtszugehörigkeit ohne Wenn und Aber zu unterstützen.

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Wie alles begann: die Anfänge der Kommunistischen Frauenbewegung

Vor hundert Jahren wurde die Kommunistische Fraueninternationale (KF) gegründet und schuf eine weitgehend unbekannte, jedoch reiche Tradition zur Frage der Frauenbefreiung. Wir wollen einen Einblick in die damaligen Debatten und die politische Praxis geben. Was können wir heute von der frühen kommunistischen Frauenbewegung lernen? Daria Dyakonova hat bisher unveröffentlichte Dokumente der KF gesichtet und wird die Debatten der Zeit vorstellen. Die KF wäre ohne die Russische Revolution und die revolutionären Klassenkämpfe in Deutschland nicht möglich gewesen. Regina Sternal wird über Errungenschaften der Frauenbefreiung in der jungen Sowjetunion berichten und in diesem Zusammenhang die Arbeit der russischen Revolutionärin Alexandra Kollontai vorstellen.

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150 Jahre § 218: Ein Klassenparagraf und Widerstand

Als vor 150 Jahren das Deutsche Reich gegründet wurde, floss in das neue Strafgesetzbuch die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs mit ein, mit hohen Zuchthaus und Geldstrafen versehen. Der § 218 steht seitdem zwischen den Delikten Mord und Totschlag.
Früh gab es Widerstand gegen § 218, gerade auch, weil er ein Klassenparagraf ist, der die Ärmsten am härtesten trifft. Unter der Parole "Dein Bauch gehört dir!" und "Weg mit § 218" gab es zum Ende der Weimarer Republik eine riesige Kampagne für die Entkriminalisierung. Auch im Gefolge der 1968er-Bewegung.
Der Paragraf wurde abgemildert, aber nie aus dem Strafrecht gestrichen.
Heute gibt es vermehrte Angriffe von rechts auf das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper und das eigene Leben.
Es bleibt die Aufgabe: "Weg mit § 218!"


Coronakrise und Klassencharakter - Sitzen wir alle in einem Boot?

Sitzen wir in der Coronakrise wirklich alle in einem Boot? Ja - und trotzdem gibt es Unterschiede, je nachdem, wer wo sitzt, wer rudert und wer steuert. Kleiner Spoiler - die Reichen werden reicher, aber was ist mit dem Rest? Warum werden welche Krisen-Maßnahmen getroffen und wo gibt es Unterschiede und Gemeinsamkeiten, wenn wir uns bisherige (Wirtschafts-)Krisen anschauen? Wir wollen uns das viel benannte Corona-Brennglas noch näher vor´s Auge nehmen und die Krisenpolitik mit Blick auf den Klassencharakter näher betrachten.