Vor vierzig Jahren erschütterten massive Streiks der Arbeiter*innen gegen Ausbeutung und Unterdrückung die herrschende Bürokratie der Volksrepublik Polen. Kurz danach entstand die erste von Staat und Partei unabhängige Gewerkschaft im damaligen Ostblock, die Solidarność, die schon nach wenigen Monaten 10 Millionen Mitglieder gewann. Obwohl sich Polen sozialistisch nannte, herrschten die Arbeiter*innen nicht und begehrten nun gegen Ausbeutung und Unterdrückung auf. Die Bewegung weckte die Hoffnung auf einen Sozialismus von unten, in dem die Macht von Arbeiter*innenräten und nicht von dem Beamtenapparat ausgeübt wird. Die Tatsache, dass es keine revolutionär-marxistische Führung innerhalb der Solidarność gab, führte dazu, dass die Bewegung konterrevolutionäre Züge annahm, um schlussendlich das staatskapitalistische Regime durch den neoliberalen Kapitalismus zu ersetzen.