Seit 1990 sind fast 160 Todesfälle durch Polizeigewalt und in Polizeigewahrsam ungeklärt. Unverhältnismäßig oft trifft es migrantisch gelesene Menschen. Die allermeisten Fälle von Polizeigewalt werden hierbei nicht einmal zur Anzeige gebracht: Aus Angst vor weiterer Repression oder aufgrund der Aussichtslosigkeit auf Gerechtigkeit. Parallel werden immer häufiger eindeutige Verstrickungen von Polizist:innen in die extreme Rechte bekannt. Staatliche Stellen und Regierungen beschwichtigen, sprechen von lediglich Einzelfällen in den Behörden und rechtfertigen rassistische Polizeipraktiken wie es die sog. „Clan-Debatte“ und Razzien in Shisha-Bars und Moscheen zeigen. Dies alles kommt keineswegs als Überraschung daher: Die Polizei hat eine lange Geschichte als Instrument, um Kapitalinteressen gewaltvoll durchzusetzen. Doch welche genaue Rolle nimmt die Polizei im Kapitalismus ein? Wie sieht die Situation in Deutschland momentan aus und was sind progressive Forderungen zum Umgang mit der Polizei? Diese und weitere Fragen beleuchten wir im Gespräch mit anschließender Debatte.