Was bedeutet politisches Theater heute?

2018

Die polarisierte Stimmung in Deutschland schlägt sich auch in der Theaterlandschaft wider: Auf der einen Seite werden Inszenierungen produziert, die sich kritisch, polemisch oder dokumentarisch mit dem Rechtsruck in Deutschland auseinandersetzen, auf der anderen Seite fordern AfD-Abgeordnete in Parlamenten ganz offen, denjenigen Häusern Subventionen zu kürzen, die „Jugendlichen den Sinn für die Differenz zwischen dem Eigenen und dem Fremden ab[zu]erziehen“: das Theater habe „der Nationalbildung“ zu dienen und müsse „wieder zu einem volkspädagogischen Anspruch zurückfinden“. Welche Schlüsse ziehen Theatermacher in diesen Zeiten – in denen sie auch mal in Dresden auf offener Straße bespuckt werden, oder Morddrohungen erhalten – daraus? Ist eine dezidiert politische Ästhetik Pflicht, um die Freiheit der Kunst zu verteidigen? Und wie wichtig sind – Stichwort #metoo und blackfacing – die Produktionsbedingungen an Theatern, wenn es um Freiheit und Demokratie gehen soll?

  • Volker Lösch

    Theaterregisseur

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