Am frühen Morgen des 13. März 1920 marschierten rechtsradikale Militärangehörige und Freikorps als Teil einer Gruppe von Verschwörern um einen gewissen Wolfgang Kapp nach Berlin. Viele Menschen schliefen noch, als die Soldaten unter schwarz-weiß-roter Flagge und mit Hakenkreuz am Helm ins Zentrum der Hauptstadt vorstießen. Die SPD-geführte Regierung musste fliehen. Als die Nachricht vom Putsch sich wie ein Lauffeuer verbreitete, waren es vor allem die Gewerkschaften, die durch ihren Generalstreik den endgültigen Sieg der Verschwörer verhinderten. Nach gut vier Tagen gaben Kapp und seine Männer auf. Die organisierten Arbeiter ̶ nicht etwa der bürgerliche Staatsapparat ̶ hatten die Militärdiktatur vereitelt. Im Ruhrgebiet und anderswo gingen die blutigen Auseinandersetzungen aber weiter.

mit Lutz Niffka (GEW, DIE LINKE. Hamburg)