Viele glaubten, die Gefahr des Antisemitismus sei in Deutschland nach 1945 gebannt. Es gab keine antisemitischen Pogrome mehr und in dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts schien er – folgt man der Großstudie von Heitmeyer im Gegensatz zu anderen Formen des Rassismus zurückzugehen. Seit 2013 haben sich die offiziell erfassten Zahlen antisemitischer Straftaten dagegen verdoppelt, trotz offizieller Ächtung durch die bürgerliche Mitte von Staat und Gesellschaft. Wie äußert sich der „neue“ Antisemitismus? Welche Rolle spielen Bewegungen wie Pegida und die Kampagne gegen Flüchtlinge oder die Querdenkerbewegung der Impfkritiker für die Renaissance des Antisemitismus? Wie hat sich das Erstarken der AfD ausgewirkt? Was sagen wir zu der These, der Antisemitismus sei gar durch Muslime re-importiert worden?