Neu gelesen: Frantz Fanon - Die Verdammten dieser Erde

Nach dem Ausbruch des algerischen Unabhängigkeitskrieges schloss sich der Schriftsteller und Psychiater Frantz Fanon 1956 der Partei Front de Libération Nationale (FLN) an. Fanon‘s Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ (1961) gilt als Zeugnis seines politischen Lebens. In dem Buch liefert Fanon eine scharfe Analyse der kolonialen Verhältnisse in Afrika und eine kritische Diagnose der Phase nach der Dekolonisation. Zugleich thematisiert er die psychischen Verletzungen und Gewaltanwendungen im Kontext der Kolonisierung. Unter Bezugnahme auf Fanon, soll in der Veranstaltung neben den Differenzen marxistischer und postkolonialer Gesellschaftsanalyse vor allem die Frage diskutiert werden, was Marxist*innen von Fanon lernen können.

mit NamDuy Nguyen (Die Linke.SDS Leipzig)


Sie waren niemals weg - der lange Schatten des deutschen Faschismus

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges schien der Nationalsozialismus, der Millionen Tote zu verantworten hatte, geschlagen. Doch die Nazi-Verbrecher verschwanden nicht einfach. Ob in Wirtschaft, Geheimdiensten, Polizei, Justiz oder Politik – überall blieben Nazis in der BRD in Amt und Würden. Auch in der DDR waren Nazis und ehemalige Wehrmachtsoffiziere als Abgeordnete und auf einflussreichen Posten in Armee und Wirtschaft aktiv. Mit Konsequenzen bis heute: Die Millionärsfamilie Finck finanzierte in den 30er Jahren die NSDAP und heute die AfD. Beim Verfassungsschutz, der heute Nazimorde deckt und Linke verfolgt, arbeiteten von Anfang an Gestapo- und SS-Leute. Wie kam es zu diesen Kontinuitäten und was sagt das über die Rolle des Staates im Kampf gegen rechts aus?

mit Irmgard Wurdack (Aufstehen gegen Rassismus, DIE LINKE. Neukölln), Gabriele Engelhardt (Aufstehen gegen Rassismus, DIE LINKE. Chemnitz)


Rassismus in Ostdeutschland — damals und heute

Offiziell gab sich die DDR antirassistisch und betonte die internationale Solidarität. In den Medien wurde Solidarität zwischen DDR-Bürgern und Ausländern groß geschrieben. Aber wie war die Situation tatsächlich? Gleiche Rechte und Teilhabe gab es im DDR-Alltag kaum. Die Rechte der in der DDR beschäftigten Vertragsarbeiter*innen waren stark eingeschränkt. Liebesbeziehungen sollten bereits im Ansatz verhindert werden, Schwangerschaften unterbunden und Eheschließungen maximal behindert. Rassistische Übergriffe wurden unter den Teppich gekehrt. Ist die Situation von damals mitverantwortlich für Rassismus, Gewalt und Ablehnung gegen Migrant*innen heute und das starke AfD-Wahlergebnis?

mit Phuong Thuy Nguyen (Tochter vietnamesischer Vertragsarbeiter), Sabine U. (Aufstehen gegen Rassismus Chemnitz)


Institutioneller Rassismus und Feindbild Islam - am Beispiel „Clan-Debatte“

Die Debatte um so genannte „Clan-Kriminalität“ ist weit mehr als eine Debatte: Pauschale Verdächtigungen muslimischer, v.a. arabischstämmiger Einwohner*innen als Kriminelle, willkürliche Kontrollen und öffentlichkeitswirksame Razzien insbesondere gegen Gewerbetreibende in Kombination mit einem beträchtlichen Medienrummel. Und obwohl trotz unverhältnismäßiger Polizeipräsenz allenfalls Kleinigkeiten beanstandet werden. Was steckt hinter dem Begriff der „Clans“? Wie können wir uns gegen behördliche Schikane und Racial Profiling zur Wehr setzen? Was steht politisch auf dem Spiel?

mit Mehdi Chahrour (Vors. MAHDI e.V.) und LINKE (n.n.)


Intersektionalitätstheorie im Praxistest: Queere Bewegung und Antirassismus

mit Kate Davidson (Gender Studies), Melanie Richter-Montpetit (Queer Netzwerk „QUARC“), Sebastien Tremblay (Historiker) und Yossi Bartal (Israelischer Aktivist und Autor)


Black Panther Party: Die schwarzen Revolutionäre

Die „Black Panther Party for Self Defense“ war eine der bedeutendsten Organisationen des schwarzen Widerstands in Nordamerika. Gegründet wurde die BPP 1966 von den beiden Studenten Bobby Seale und Huey P. Newton, als Reaktion auf rassistische staatliche Schikanen und Polizeibrutalität und die soziale Diskriminierung von Schwarzen in den Ghettos der Großstädte. Die BPP war inspiriert von den antiimperialistischen Kämpfen in Vietnam sowie weltweit und verstand sich als Teil des globalen revolutionären Befreiungskampfes. Der übermächtige Staatsapparat reagierte auf das rasche Wachstum der BPP insbesondere nach der Ermordung Martin Luther Kings 1968 mit massiver Gewalt bis hin zur gezielten Ermordung hunderter BPP-Aktivist*innen. Wie gelang es der BPP dennoch, sich zunächst weiter zu verankern? Welche Parallelen können wir zum Hier und Jetzt ziehen und was können Bewegungen von der BPP sowie der Repression gegen sie lernen?

mit Tekle Setargew (Die Linke.SDS Berlin)


Rechter Terror, die AfD und staatliche Verstrickungen

Schwarze Listen, Hannibal, Uniter, diese Stichworte skizzieren das erschreckende Ausmaß rechter Gewalt gegen Geflüchtete, Muslime und Antifaschist*innen: Alarmierend sind die Verbindungen rechter Gewalttäter zu Polizei, Militär und Justiz einerseits sowie die Rolle von AfD-Funktionären in Staatsorganen andererseits. Ist der Staat „auf dem rechten Auge blind“ oder steckt mehr dahinter? Diesen Fragen und der Rolle des bürgerlichen Staates im Umgang mit faschistischen Organisationen und Aktivitäten wollen wir uns in dieser Veranstaltung annähern.

mit Ferat Kocak (Vorstand LINKE.Neukölln)