Neu gelesen: Frantz Fanon - Die Verdammten dieser Erde

Nach dem Ausbruch des algerischen Unabhängigkeitskrieges schloss sich der Schriftsteller und Psychiater Frantz Fanon 1956 der Partei Front de Libération Nationale (FLN) an. Fanon‘s Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ (1961) gilt als Zeugnis seines politischen Lebens. In dem Buch liefert Fanon eine scharfe Analyse der kolonialen Verhältnisse in Afrika und eine kritische Diagnose der Phase nach der Dekolonisation. Zugleich thematisiert er die psychischen Verletzungen und Gewaltanwendungen im Kontext der Kolonisierung. Unter Bezugnahme auf Fanon, soll in der Veranstaltung neben den Differenzen marxistischer und postkolonialer Gesellschaftsanalyse vor allem die Frage diskutiert werden, was Marxist*innen von Fanon lernen können.

mit NamDuy Nguyen (Die Linke.SDS Leipzig)


Marx mit Lacan: Ideologiekritik aus psychoanalytischer Perspektive

Zwar war Jacques Lacan kein Gesellschaftstheoretiker. Doch ähnlich, wie Wilhelm Reich und Herbert Marcuse im Zuge der 68er-Revolten an Sigmund Freud anschlossen und damit einen Freudomarxismus hervorbrachten, existiert heute im Umfeld der Schule von Ljubljana eine marxistisch orientierte Lacan-Rezeption. Der Vortrag bietet eine Einführung in diesen Lacan-Marxismus und fragt, wie unter den veränderten Bedingungen postfordistischer Gesellschaften die Funktionsweise von Ideologie neu zu denken ist. Im Zentrum steht dabei ein von Lacan beschriebener Wandel in den Subjektstrukturen: Nach dem Untergang der partriachalen Kleinfamilie mit ihrer ödipalen Struktur haben wir es heute mit einer Subjektivierung zu tun, die statt befreite Subjekt hervorzubringen, diese vielmehr einer neuartigen Form einer "Biopolitik des Genießens" unterwirft.

mit Tove Soiland (Feministische Philosophin)


Debatte zur Theorie der Imperialen Lebensweise

Das Konzept der „imperialen Lebensweise“ besagt, dass „die allermeisten Menschen hierzulande auf Kosten der Natur und der Arbeitskräfte anderer Weltregionen“ leben, wie es Ulrich Brand und Markus Wissen formuliert haben. Beuten also Lohnarbeiter in Deutschland Menschen in anderen Weltregionen aus? Und was würde das für die Perspektiven und Strategien emanzipatorischer Bewegungen hierzulande bedeuten? Oder ist es gar nicht sinnvoll, von einer „imperialen Lebensweise“ auszugehen, die Kapitalisten und Lohnarbeitern hierzulande gemeinsam ist? Wie hängen kapitalistische Ausbeutung und ungleiche Entwicklung, soziale Frage und ökologische Krise zusammen?

mit Dr. Stefanie Hürtgen (Wissenschaftlicher Beirat der Rosa Luxemburg Stiftung, Wirtschaftsgeografie Universität Salzburg)


Klima, Kapitalismus und das Kapital

Die Klimafrage ist in den letzten Jahren zum Thema Nummer 1 in der öffentlichen Debatte geworden, doch schon vor über 150 Jahren beschäftigte sich Karl Marx mit der ökologischen Frage. Karl Marx beschrieb in seinem Hauptwerk „Das Kapital“ bereits treffend, dass der Kapitalismus „die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter“.

mit Charlotte Papke (Die Linke.SDS Bundesvorstand, Studis For Future Leipzig)


Was würde Marx zur künstlichen Intelligenz sagen?

mit Nina Papenfuß (Die Linke.SDS Berlin)