Eine unvollendete Revolution: Die Anfänge der Solidarnosc-Bewegung

Vor vierzig Jahren erschütterten massive Streiks der Arbeiter*innen gegen Ausbeutung und Unterdrückung die Herrschenden der Volksrepublik Polen. Kurz danach entstand die erste von Staat und Partei unabhängige Gewerkschaft im damaligen Ostblock, die Solidarność, die schon nach wenigen Monaten 10 Millionen Mitglieder gewann. Es entstand die Hoffnung, dass das lahme System, auf den Weg des echten Sozialismus gelenkt werden könnte, indem die Macht von Arbeiter*innenräte und nicht von dem Beamtenapparat ausgeübt wird. Wie konnte es dazu kommen, dass sich die Bewegung doch in eine pro-kapitalistische Richtung entwickelte?

mit Alicja Flisak (Soziologin, DIE LINKE. Neukölln)


Sie waren niemals weg - der lange Schatten des deutschen Faschismus

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges schien der Nationalsozialismus, der Millionen Tote zu verantworten hatte, geschlagen. Doch die Nazi-Verbrecher verschwanden nicht einfach. Ob in Wirtschaft, Geheimdiensten, Polizei, Justiz oder Politik – überall blieben Nazis in der BRD in Amt und Würden. Auch in der DDR waren Nazis und ehemalige Wehrmachtsoffiziere als Abgeordnete und auf einflussreichen Posten in Armee und Wirtschaft aktiv. Mit Konsequenzen bis heute: Die Millionärsfamilie Finck finanzierte in den 30er Jahren die NSDAP und heute die AfD. Beim Verfassungsschutz, der heute Nazimorde deckt und Linke verfolgt, arbeiteten von Anfang an Gestapo- und SS-Leute. Wie kam es zu diesen Kontinuitäten und was sagt das über die Rolle des Staates im Kampf gegen rechts aus?

mit Irmgard Wurdack (Aufstehen gegen Rassismus, DIE LINKE. Neukölln), Gabriele Engelhardt (Aufstehen gegen Rassismus, DIE LINKE. Chemnitz)


Revolutionäre im Parlament: Die Fraktion der Bolschewiki in Russland vor 1917

Der Staat ist für Marxisten kein neutrales Werkzeug, sondern dient der herrschenden Klasse. Gleichzeitig eröffnet er durch Parlamente scheinbar demokratische Mitwirkungsmöglichkeiten, in die viele Menschen Illusionen haben. In der Geschichte sind Revolutionäre daher immer wieder vor die Frage gestellt worden, ob und wie sie in den Institutionen eines Systems mitarbeiten, das sie eigentlich überwinden wollen. 1912 stellte sich im zaristischen Russland diese Frage für die Bolschewiki, die es trotz Repression und unter schwierigen Bedingungen geschafft hatten, eine Gruppe von Abgeordneten in das Scheinparlament Duma zu entsenden. Wie gingen die Bolschewiki mit diesem Widerspruch um und wie nutzten sie ihre Möglichkeiten, um eine schlagkräftige revolutionäre Partei aufzubauen?

Christine Buchholz (MdB DIE LINKE, Marx21)


Black Panther Party: Die schwarzen Revolutionäre

Die „Black Panther Party for Self Defense“ war eine der bedeutendsten Organisationen des schwarzen Widerstands in Nordamerika. Gegründet wurde die BPP 1966 von den beiden Studenten Bobby Seale und Huey P. Newton, als Reaktion auf rassistische staatliche Schikanen und Polizeibrutalität und die soziale Diskriminierung von Schwarzen in den Ghettos der Großstädte. Die BPP war inspiriert von den antiimperialistischen Kämpfen in Vietnam sowie weltweit und verstand sich als Teil des globalen revolutionären Befreiungskampfes. Der übermächtige Staatsapparat reagierte auf das rasche Wachstum der BPP insbesondere nach der Ermordung Martin Luther Kings 1968 mit massiver Gewalt bis hin zur gezielten Ermordung hunderter BPP-Aktivist*innen. Wie gelang es der BPP dennoch, sich zunächst weiter zu verankern? Welche Parallelen können wir zum Hier und Jetzt ziehen und was können Bewegungen von der BPP sowie der Repression gegen sie lernen?

mit Tekle Setargew (Die Linke.SDS Berlin)


100 Jahre Kapp-Putsch: Die Macht der Arbeiter verhindert die Militärdiktatur

Am frühen Morgen des 13. März 1920 marschierten rechtsradikale Militärangehörige und Freikorps als Teil einer Gruppe von Verschwörern um einen gewissen Wolfgang Kapp nach Berlin. Viele Menschen schliefen noch, als die Soldaten unter schwarz-weiß-roter Flagge und mit Hakenkreuz am Helm ins Zentrum der Hauptstadt vorstießen. Die SPD-geführte Regierung musste fliehen. Als die Nachricht vom Putsch sich wie ein Lauffeuer verbreitete, waren es vor allem die Gewerkschaften, die durch ihren Generalstreik den endgültigen Sieg der Verschwörer verhinderten. Nach gut vier Tagen gaben Kapp und seine Männer auf. Die organisierten Arbeiter ̶ nicht etwa der bürgerliche Staatsapparat ̶ hatten die Militärdiktatur vereitelt. Im Ruhrgebiet und anderswo gingen die blutigen Auseinandersetzungen aber weiter.

mit Lutz Niffka (GEW, DIE LINKE. Hamburg)


Simone de Beauvoir - Denkerin der zweiten Frauenbewegung

mit Erna Lucía Cassarà (Die Linke.SDS Berlin)