Inklusion in einer exklusiven Welt?

Spätestens seit der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 wird proklamiert, dass es ein zentrales gesellschaftliches Anliegen ist unsere Gesellschaft inklusiver zu gestalten. Allen Menschen soll unabhängig von ihrer zugeschriebenen Beeinträchtigung den Zugang zu Bildung, Beruf und Kultur zu ermöglicht werden. Doch die Realität sieht oft anders aus. Menschen mit zugeschriebener Beeinträchtigung leben meist weiterhin am Rande unserer Gesellschaft. In diesem Vortrag soll es darum gehen, was unser Bild von Behinderung mit diesem gesellschaftlichen Ausschluss zu tun hat und wie dieses Bild überhaupt in unseren Kopf kommt. Es wird darum gehen, wie eine inklusive Welt auszusehen hätte und ob diese überhaupt im Kapitalismus zu erreichen ist.


Was ist Identität?

In den vergangenen Jahren dominierte in Debatten der gesellschaftlichen Linken die Gegenüberstellung von »Klassenpolitik« und »Identitätspolitik«. Klassenpolitik ist, wenn man die »soziale Frage« stellt – was DIE LINKE angeblich nicht mehr mache. »Identitätspolitik« ist die Beschäftigung mit Fragen des Geschlechts, des Nationalismus und des Rassismus – was DIE LINKE angeblich zu viel mache. In der Veranstaltung werden wir diskutieren, warum »Klasse« und »Identität« ein falscher Gegensatz ist und sie sich beide Konzepte gegenseitig durchdringen. Wir fragen danach, was Identität eigentlich ist und wieviel Identitäten jede:r von uns in sich trägt. Wir fragen danach, inwiefern Themen der Identität in Klassenauseinandersetzungen verhandelt werden. Und wir fragen danach, wie sich »Klassenidentität« bildet – also die Klasse an sich zur Klasse für sich wird.


»Als ob wir wüssten« - Science Fiction & gesellschaftliche Utopien

Seit jeher bietet das Genre der Science-Fiction einen Ort, um Dinge und Verhältnisse zu denken, die jenseits der Grenzen liegen, die das Leben in der Klassengesellschaft auferlegt. Vor allem im Nachgang der weltweit revolutionären Bewegungen der Jahre 1917 und 1968 entstanden utopische Gesellschaftsvisionen, die humanere mögliche Welten beschrieben, die manchen heute in der »Erzählung« vom Sozialismus fehlen. Aufstand und Entfremdung, Antikapitalismus und postkapitalistische Utopien sind ein fester Bestandteil zeitgenössischer Science-Fiction. Gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftler und Fantasy Autor Daniel Illger besprechen wir, was wir aus Science Fiction lernen können und was aktuelle Kino Blockbuster uns über andere Welten erzählen.


Selling Sex - Pornografie im (Plattform-)Kapitalismus

“Durch Pornoseiten stellen viele einfach nur fest, was sie interessiert. Dass die Pornoindustrie gezielt Bedürfnisse erst erweckt, glaubt Fabian Thylmann nicht. Im Gegenteil: Die Bedürfnisse seien schon da. Und die Sexbranche liefere nur, was gewünscht sei.” So schreibt die Online Ausgabe des Sterns im August 2017 und zitiert den Gründer des (Porno-)Unternehmens Mindgeek, was für die 100 größten Pornolabel verantwortlich ist. Der Mythos über die freie Konsument_in ist die älteste Legitimationsstrategie des Kapitals, aber was steckt dahinter und was hat das mit modernen Formen der Plattform-Pornografie zu tun? Wir wollen uns mit dem Warenbegriff in Bezug auf Pornografie in einer arbeitsteiligen Gesellschaft auseinandersetzen. Wie haben sich die Monetarisierungsformen der Pornoindustrie seit den 1970er Jahren verändert und was bedeutet das für Inhalt und Produktionsweisen?


Der Horror des Kapitalismus – eine marxistische Analyse des Horrorfilms

Das Horror Genre spielt seit jeher meisterlich auf der Klaviatur menschlicher Gefühle. Horrorfilme erzeugen starke Gefühle von Angst, Beklemmung und Scham. Doch sie mobilisieren nicht nur Gefühle, sondern vermitteln dabei komplexe Gesellschaftsbilder. Im Angesicht des Grauens zerbrechen bürgerliche Mittelstandsfamilien in Slasher-Filmen. Lebende Untote zertrampeln die Konsumtempel des Kapitalismus. Und allzu häufig spüren wir mit Beklemmung, dass der Horror nicht im Fremden, sondern im bekannten Leben in der »normalen« Welt erscheint. Der Youtuber und Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt erklärt in seiner Veranstaltung, wie wir Horrorfilme ideologiekritisch verstehen können und was sie uns über Kapitalismus erzählen.