Frantz Fanon gilt als eine der radikalsten Stimmen des Antikolonialismus. Sein Einfluss reicht von Unabhängigkeitskämpfen in Afrika über die Black-Power-Bewegung der USA bis in heutige antikoloniale sowie antirassistische Kämpfe hinein. Prägend für seine politischen Schriften war die Auseinandersetzung mit dem (Kolonial-)Rassismus in Martinique, Frankreich und Algerien, aber auch darüber hinaus, was sich in seinen bahnbrechenden Werken wie „Schwarze Haut, weiße Masken” und „A Dying Colonialism” manifestiert. Fanons Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ wurde zur Leitschrift antikolonialer Bewegungen und beruht auf seinen Erfahrungen während des algerischen Unabhängigkeitskriegs. Hier legt er sozialpsychologische Analysen des Kolonialismus als auch Herausforderungen des revolutionären Unabhängigkeitskampfs dar – mit einem Manifest zur politischen Selbstverteidigung, was Gewalt nicht ausschließt. Die Politikwissenschaftlerin Helena Zohdi wird auf die Bedeutung und Relevanz Fanons Schriften 61 Jahren nach dessen Tod eingehen.