Zwar war Jacques Lacan kein Gesellschaftstheoretiker. Doch ähnlich, wie Wilhelm Reich und Herbert Marcuse im Zuge der 68er-Revolten an Sigmund Freud anschlossen und damit einen Freudomarxismus hervorbrachten, existiert heute im Umfeld der Schule von Ljubljana eine marxistisch orientierte Lacan-Rezeption. Der Vortrag bietet eine Einführung in diesen Lacan-Marxismus und fragt, wie unter den veränderten Bedingungen postfordistischer Gesellschaften die Funktionsweise von Ideologie neu zu denken ist. Im Zentrum steht dabei ein von Lacan beschriebener Wandel in den Subjektstrukturen: Nach dem Untergang der partriachalen Kleinfamilie mit ihrer ödipalen Struktur haben wir es heute mit einer Subjektivierung zu tun, die statt befreite Subjekt hervorzubringen, diese vielmehr einer neuartigen Form einer „Biopolitik des Genießens“ unterwirft.

mit Tove Soiland (Feministische Philosophin)