Millionen von Arbeiter*innen auf der ganzen Welt loggen sich tagtäglich auf sogenannten Crowdwork-Plattformen ein und erledigen, meist von zuhause aus, eine Vielzahl von Aufträgen. Das können sehr kleinteilige Arbeitspakete für ein paar Cent oder Euro sein oder aber anspruchsvolle mehrtägige Projekte und Wettbewerbe. Die Plattform als Vermittler*in zwischen Auftraggeber*in und Crowd steuert den Arbeitsprozess über ihre digitalen Infrastrukturen. Crowdwork ist somit ein Experimentierfeld für neue Formen der Arbeitsorganisation. Dabei können neue Produktivitätspotentiale durch die räumliche und zeitliche Entgrenzung von Arbeit erschlossen werden. Crowdwork könnte zudem auch Folgen für die traditionellen Belegschaften haben. Denn Unternehmen scheinen derzeit noch auszutesten, welche Teile ihrer Wertschöpfung sie über Plattformen an die soloselbständigen Onlinearbeiter*innen auslagern können, um Kosten zu sparen und die Beschäftigten unter Druck zu setzen. Aus diesem Grund werden die Leitfragen der Veranstaltung lauten: Wie funktioniert Ausbeutung auf einer digitalen Plattform? Inwiefern entsteht eine neue globale Arbeitsteilung? Wie ist Crowdwork im klassischen Arbeitsmarkt zu verorten? Wer ist die Crowd und was sind ihre Motive für diese Art der Arbeit? Ist Crowdwork eine neue Form (digitaler) Heimarbeit? Welche Ansätze der Organisierung gibt es?

mit Christine Gerber (wiss. Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) und Mira Wallis (wiss. Mitarbeiterin an der Leuphana Universität Lüneburg)