Abschlusspodium: »Welt am Abgrund: Revolutionäre Perspektiven aus der Krise«

"Krise auf Krise und kein Ausweg in Sicht!" So wirkt die derzeitige Weltlage und auch die Situation für die Linke in Deutschland. Aber muss das wirklich so bleiben? Zum Abschluss unseres diesjährigen Marx is' Muss Kongress wollen wir nicht nur einen gebündelten Einblick in aktuelle Kämpfe, sondern auch einen möglichen Ausblick auf den Aufbau einer revolutionären Alternative zum zerstörerischen kapitalistischen System geben. Klimagerechtigkeit, Antirassismus, Internationalismus, Streiks und revolutionärer Aufbau - wie kommen wir weiter? Was muss sich dafür ändern? Und warum lohnt es sich gerade jetzt, gemeinsam den Kampf aufzunehmen?


“Kein Mensch ist illegal”. Kämpfe gegen die Festung Europa

Die Solidarität mit den Geflüchteten aus der Ukraine ist groß. Wir wissen nicht wie lange diese Solidarität anhält, wir wissen aber, dass die Grenzen für Geflüchtete aus anderen Regionen der Welt geschlossen bleiben. Mit der „Push-back"- und Abschottungspolitik an Land und auf See ist die Europäische Union verantwortlich für den Tod ungezählter Geflüchteter. Gemeinsam wollen wir die Realität des Europäischen Grenzregimes diskutieren und aufzeigen, wie wir für das Recht auf Bewegungsfreiheit kämpfen.


Überwachungskapitalismus - der produzierende User

Überwachungskapitalismus ist eine neue Marktform, die einerseits der Logik der klassischen Kapitalakkumulation folgt, aber darüber hinaus auf der Monetarisierung von Nutzer:innen-Verhalten basiert. Die Möglichkeit der gezielten Beeinflussung von Verhalten schließt nicht allein das Befriedigen, sondern auch das Schaffen von Bedürfnissen und deren Steuerung ein. Eine Einführungsveranstaltung in das Thema und worüber wir als Sozialist:innen des 21. Jahrhunderts reden müssen.

Lars Bretthauer (Politikwissenschaftler)


Gorillas & Co.: Selbstorganisierung in der Lieferdienstbranche

Mit ihren wilden Streiks und Betriebsblockaden haben die Beschäftigten des Berliner Lieferdienstes Gorillas für Aufsehen in der sonst wenig kämpferischen Gewerkschaftsbewegung gesorgt – und die Debatte ums Streikrecht neu entfacht. Jenseits von Gewerkschaftsbürokratie und trotz befristeter Anstellung haben sich die überwiegend jungen und migrantischen »Rider« im letzten Jahr selbst organisiert und für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen gekämpft. Zuletzt konnten sie gegen Schikane und juristische Angriffe des Arbeitgebers die Wahl eines Betriebsrats durchsetzen. Gemeinsam mit Gabriella Rodriguez Leyton (Betriebsrat bei Gorillas) und Daniel Weidmann (Fachanwalt für Arbeitsrecht) wollen wir über die wilden Streiks und Selbstorganisierung in der »gig-economy« sprechen. Gab es eine gewerkschaftliche Anbindung? Wo stehen Kollektiv und Betriebsrat jetzt? Und was können wir im Jahr 2022 aus den Kämpfen der Kuriere lernen?