In den vergangenen Jahren dominierte in Debatten der gesellschaftlichen Linken die Gegenüberstellung von »Klassenpolitik« und »Identitätspolitik«. Klassenpolitik ist, wenn man die »soziale Frage« stellt – was DIE LINKE angeblich nicht mehr mache. »Identitätspolitik« ist die Beschäftigung mit Fragen des Geschlechts, des Nationalismus und des Rassismus – was DIE LINKE angeblich zu viel mache. In der Veranstaltung werden wir diskutieren, warum »Klasse« und »Identität« ein falscher Gegensatz ist und sie sich beide Konzepte gegenseitig durchdringen. Wir fragen danach, was Identität eigentlich ist und wieviel Identitäten jede:r von uns in sich trägt. Wir fragen danach, inwiefern Themen der Identität in Klassenauseinandersetzungen verhandelt werden. Und wir fragen danach, wie sich »Klassenidentität« bildet – also die Klasse an sich zur Klasse für sich wird.