»Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten«. Dieses geflügelte Wort drückt eine wichtige Erkenntnis aus: Die liberale Demokratie ist beschränkt. Die Vorstandetagen der Konzerne und der Staatsapparat agieren weitgehend unabhängig von parlamentarischer Kontrolle. Und trotzdem treten radikale Linke zu Wahlen an und arbeiten in den Parlamenten mit. Einige gehen einen Schritt weiter und setzten sich für linkes Regieren ein. Doch kann es ein erfolgreiches anti-kapitalistisches Projekt mit dem Staat geben? Oder müssen wir für grundsätzliche Veränderungen darauf hinwirken, den Staat zu »zerbrechen«, wie Marx meinte? Welche Rolle würden dann Parlament und Bewegungen spielen? Und was sind die Lehren aus gescheiterten Linksregierungen, von Salvador Allende in Chile bis zuletzt Syriza in Griechenland?