Anfang 1942 trafen fünfzehn hochrangige Vertreter der SS und der zivilen Reichsregierung unter der Leitung von Reinhard Heydrich in einer Villa am Berliner Wannsee zusammen. Sie planten dort den Völkermord an den europäischen Jüd*innen, der im Osten Europas bereits im vollen Gange war. In akribischem Detail planten sie alles, von der Enteignung und Deportation über die Ghettoisierung und Zwangsarbeit bis zur industriellen Massenermordung. Wie konnte es zu dieser entfesselten, kalten und bürokratisch geplanten Barbarei kommen? Versagen die Methoden des Marxismus, wie es oft vorgeworfen wird, bei dem Versuch, den Holocaust zu erklären? Horst Haenisch hat versucht, den Antworten auf diese wichtigen Fragen in seinem Buch nahezukommen und wird seine Ergebnisse mit uns diskutieren.