Edward Said: Orientalismus und Marxismus

Der Soziologe Edward Said genießt unter anderem wegen seiner mutigen Verteidigung der Palästinenser:innen in der antiimperialistischen Linken großen Respekt. Selbst in Palästina geboren und von dort vertrieben, lebte er später in den USA. Zur Untersuchung der Auswirkung von Imperialismus auf die Kultur und die akademische Welt beziehen sich viele antiimperialistische Linke auf sein bekanntestes Werk „Orientalismus“ von 1978. Darin zeichnet Said westlichzentrierte Intellektuelle – einschließlich Marx – als vorurteilsbehaftet auf den sog. Orient blickend. Ob er damit recht hat und welche marxistischen Antworten es auf diesen Komplex gibt, werden Paul Ghrasse und N.N. beleuchten.


Frantz Fanon: Radikaler Antikolonialismus

Frantz Fanon gilt als eine der radikalsten Stimmen des Antikolonialismus. Sein Einfluss reicht von Unabhängigkeitskämpfen in Afrika über die Black-Power-Bewegung der USA bis in heutige antikoloniale sowie antirassistische Kämpfe hinein. Prägend für seine politischen Schriften war die Auseinandersetzung mit dem (Kolonial-)Rassismus in Martinique, Frankreich und Algerien, aber auch darüber hinaus, was sich in seinen bahnbrechenden Werken wie „Schwarze Haut, weiße Masken” und „A Dying Colonialism” manifestiert. Fanons Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ wurde zur Leitschrift antikolonialer Bewegungen und beruht auf seinen Erfahrungen während des algerischen Unabhängigkeitskriegs. Hier legt er sozialpsychologische Analysen des Kolonialismus als auch Herausforderungen des revolutionären Unabhängigkeitskampfs dar - mit einem Manifest zur politischen Selbstverteidigung, was Gewalt nicht ausschließt. Die Politikwissenschaftlerin Helena Zohdi wird auf die Bedeutung und Relevanz Fanons Schriften 61 Jahren nach dessen Tod eingehen.


Angela Davis: Rassismus, Sexismus und Klassenkampf

Angela Davis ist eine Schwarze Feministin und Sozialistin, die im Zuge der 68er-Bewegung weltweit bekannt wurde. Im Laufe der Zeit sind ihre Themen ähnlich vielfältig wie ihre eigenen Erfahrungen geworden: Davis setzte sich für die Abschaffung von Gefängnissen ein, war aktiver Teil der US-amerikanischen Antikriegsbewegung und wurde zur Ikone für den Kampf gegen Rassismus, Frauenunterdrückung und Ausbeutung. In ihrem wohl meistgelesenen Buch „Rassismus und Sexismus. Schwarze Frauen und Klassenkampf in den USA“ untersucht Angela Davis die Dynamik zwischen Unterdrückung und Ausbeutung in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Die Aktivistin und Denkerin untersucht auch die Verbindung von Intersektionalität und Marxismus. Wie sind diese Fragen mit ihrem Leben verbunden und welche Antworten findet sie darauf? Können beide in einer gemeinsamen Symbiose aufgehen oder bildet der Graben zwischen Klassenanalyse und Intersektionalitätstheorien einen unüberwindbaren Widerspruch?