Mit ihren wilden Streiks und Betriebsblockaden haben die Beschäftigten des Berliner Lieferdienstes Gorillas für Aufsehen in der sonst wenig kämpferischen Gewerkschaftsbewegung gesorgt – und die Debatte ums Streikrecht neu entfacht. Jenseits von Gewerkschaftsbürokratie und trotz befristeter Anstellung haben sich die überwiegend jungen und migrantischen »Rider« im letzten Jahr selbst organisiert und für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen gekämpft. Zuletzt konnten sie gegen Schikane und juristische Angriffe des Arbeitgebers die Wahl eines Betriebsrats durchsetzen. Gemeinsam mit Gabriella Rodriguez Leyton (Betriebsrat bei Gorillas) und Daniel Weidmann (Fachanwalt für Arbeitsrecht) wollen wir über die wilden Streiks und Selbstorganisierung in der »gig-economy« sprechen. Gab es eine gewerkschaftliche Anbindung? Wo stehen Kollektiv und Betriebsrat jetzt? Und was können wir im Jahr 2022 aus den Kämpfen der Kuriere lernen?