Unter dem Schlagwort »Politischer Islam« wird verstärkt über den angeblichen Charakter des Islam diskutiert. Längst geht es dabei nicht mehr um die Taliban, Al Kaida oder den IS, sondern um Personen, die mit den Muslimbrüdern oder anderen Strömungen in Zusammenhang gebracht werden. Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz von der ÖVP forderte, einen Straftatbestand »politischer Islam« einzuführen, und veranlasste rassistische Großrazzien bei muslimischen Bürgerinnen und Bürgern, die er verdächtigte, einen »politischen Islam« zu propagieren. Doch auch Linke haben sich der Kampagne gegen den Islam und den »Islamismus« angeschlossen, da sie ihn für historisch rückschrittlich oder gar faschistisch halten. Wir wollen in der Veranstaltung Argumente gegen die Verwendung des Kampfbegriffs »Politischer Islam« entwickeln und ein differenziertes Bild von den unterschiedlichen Strömungen und den Widersprüchen im Islam zeichnen – seine Klassenbasis und sein unterschiedliches Wirken in der Geschichte. Dabei gehen wir der Frage nach, wann islamische Bewegungen eine progressive und wann eine reaktionäre Rolle spielen.