Was kann die Linke von der Analyse der Triggerpunkte lernen?

Der Kulturkampf um Klima, Migration und Gendersternchen scheint unversöhnlicher als je zuvor - die deutsche Gesellschaft ist tief gespalten. Das jedenfalls wollen uns AfD und Co. weismachen. Die vielbeachtete Studie „Triggerpunkte“ zeichnet dagegen ein  anderes, empirisch fundiertes Bild: Die ideologischen Trennlinien sind viel diffuser, ein großer Teil der Gesellschaft viel weniger eindeutig in die sich gegenüberstehenden Lager des Kulturkampfes einzuordnen. Soziale Ungleichheit hingegen wird flächendeckend als großes Problem angesehen, Forderungen nach Umverteilung schaffen es jedoch nicht, politische Kraft zu entfalten. Welche Konsequenzen die Erkenntnisse der „Triggerpunkte“-Studie für linke Politik hat, wollen wir hier gemeinsam diskutieren.


Arbeitszeitverkürzung: Im Interesse Aller?

Arbeitszeitverkürzung ist in aller Munde: Gewerkschaften versprechen sich davon (seit den Streiks für die 35-Stunden-Woche um 1984) traditionell dreierlei: Eine Umverteilung des Arbeitsvolumens auf mehr Köpfe (zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit), eine Humanisierung des Arbeitslebens (durch Senkung der Arbeitsbelastung) und „mehr Zeit zum Leben, Lieben, Lachen“. Doch auch für Unternehmen soll etwa die Vier-Tage-Woche ein Gewinn sein, wie aktuell mit Blick auf das Pilotprojekt der Unternehmensberatung Intraprenör (2024) argumentiert wird: 100 Prozent Leistung – 80 Prozent Arbeitszeit – 100 Prozent Lohn, so die Formel, die den ca. 50 teilnehmenden Unternehmen mehr Umsatz, geringere Krankenstände und eine nachhaltigere Bindung von Fachkräften einbringen soll. Kann Arbeitszeitverkürzung also die Interessengegensätze zwischen Arbeit und Kapital überbrücken? Oder hat Karl Marx Recht, wenn er Arbeitszeit als Maß der Freiheit bezeichnet – und Arbeitszeitverkürzung als Chance für Beschäftigte, dem unternehmerischen Zugriff auf ihre Arbeitskraft engere Grenzen zu setzen?
In diesem Panel wollen wir diskutieren, was der Kampf um Arbeitszeit eigentlich beinhaltet, bevor wir uns aktuellen Debatten über Arbeitszeitverkürzung zuwenden. Wovon hängt es ab, ob Arbeitszeitverkürzung zur Emanzipation von Beschäftigten, zu einer Neuverteilung von gesellschaftlichem Reichtum und zur Etablierung einer grundsätzlich anderen politischen Ökonomie beitragen kann, wie Oskar Negt es formuliert hat?


Krise, Konkurrenz und Krieg - Eine Analyse der Weltlage

Während weltweit die soziale Spaltung immer drastischere Ausmaße annimmt, spitzen sich in zahlreichen Ländern auch die politischen Verhältnisse zu. Rechtsradikale Kräfte befinden sich im Aufschwung. Demokratien kippen in Richtung Autoritarismus. Derweil nehmen die internationalen Spannungen zu. Die von der Dominanz der USA geprägte Weltordnung gerät ins Wanken. Die Klimakrise entwickelt sich zur existenziellen Bedrohung der Menschheit. Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung: wachsender Widerstand von unten. Soziale und politische Kämpfe bis hin zu offenen Revolten flammen an verschiedenen Orten auf. Hat sich der neoliberale Kapitalismus zu Tode gesiegt? Droht ein neuer Faschismus oder gar ein Dritter Weltkrieg? Und was sind die Potenziale für einen Ausbruch aus der Dauerkrise?


Befindet sich Deutschland in einer Wirtschaftskrise?

Unterbrochene Lieferketten, Deindustrialisierung,  Inflation oder negatives Wachstum  - in den letzten Jahren jagt eine Krisenmeldung auf die nächste. Doch gleichzeitig machen die deutschen Dax Unternehmen in 2023 Rekordgewinne. Wir wollen diskutieren, ob die deutsche Wirtschaft in einer Krise ist und was die oben genannten Entwicklungen für die Zukunft bedeuten.


KI won‘t save us! Entmystifizierung eines Big Tech Heilversprechens

KI - das klingt nach Silicon Valley und Chips im Kopf, nach Social Scoring und Dystopie, aber auch nach vereinfachtem Alltag, neuen Möglichkeiten und Aufbruch. Die techniksoziologische Frage nach der Bedeutung von KI stößt oft auf Ohnmacht: Das ist was für Technikfans und abgehängt sind wir doch eh! Dabei ist es grundlegend wichtig, die Grundzüge der Technologie zu verstehen, die Denkweise ihrer Konzepter, der Big Tech Konzerne, zu analysieren und die Frage nach der Vergesellschaftung des Werkzeuges KI zu formen. Struktur und Wirkungsweisen von KI auf Gesellschaften, ihr Konsum- und Sozialverhalten gehen uns als Linke mehr denn je an. Zeit, das Narrativ der technologisch revolutionären, schönen neuen Welt, wie es aus dem Valley hallt, zu sezieren, neu zu formen und zu entmystifizieren!