Kampf um die Köpfe der Kolleg:innen - Wie im Betrieb gegen rechts kämpfen?

Die breite, bürgerliche Protestwelle gegen die AfD, ausgelöst durch die Enthüllung von correctiv.org im Januar, hat Mut gemacht und ist ein wichtiger Schritt auch für die betriebliche und gewerkschaftliche Arbeit im Kampf gegen Rechts. Die schlechte Nachricht: die rechten Parolen bleiben und die Gewerkschaften sind nach wie vor schlecht aufgestellt, um effektiv dagegen vorzugehen. Die gute Nachricht: als gewerkschaftliche und parlamentarische Opposition können wir an der Wut der Kolleg*innen anknüpfen und wichtige Erfahrungen im betrieblichen Kampf gegen Rechts sammeln und verallgemeinern. Gemeinsam wollen wir uns praktische Beispiele antifaschistischer Betriebs- und Bildungsarbeit in den Krankenhäusern, bei der Post und weiteren Betrieben anschauen und nachhaltige Strategien gegen Rechtspopulismus und AfD in den Belegschaften entwickeln.


Theorie & Praxis - Wie geht sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftspolitik?

Von der Krankenhausbewegung bis zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst und darüber hinaus: immer größere Teile der Gewerkschaften erkennen die Notwendigkeit von Erzwingungsstreiks; immer mehr Kolleg*innen sammeln wichtige Erfahrungen bei der Demokratisierung ihrer Tarifkampagnen und Betriebsgruppen. Für uns als Sozialist*innen öffnen sich damit Spielräume für eine politische, konflikt- und an den Arbeiter*innen orientierte Gewerkschaftsarbeit. Wie können Kolleg*innen Arbeitskämpfe von unten führen und selbstbewusste Belegschaften ausbilden, die eigenständig aktiv werden? Wie lässt sich die organisatorische Stärke aus Streiks und Tarifrunden in Aktivengruppen übertragen, die über „Teekesselpolitik“ spontan handlungsfähig werden? Gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem Krankenhausbereich und der Post wollen wir Antworten auf diese Fragen finden, unsere Erfahrungen teilen und Betrieb und Gewerkschaft als Kampffelder neu unter die Lupe nehmen


Eine Marxistische Analyse der Gewerkschaften

Gewerkschaften sind, so Marx, Ordnungsfaktor und Gegenmacht zugleich. Diesen Doppelcharakter besitzen sie seit ihrer Entstehung und bestimmen damit über Krieg und Frieden im Betrieb. Statt als Kampforganisation der Arbeiter*innen und Motor in Tarifauseinandersetzungen werden Gewerkschaften und ihre haupt- und ehrenamtlichen Funktionär*innen heute oft eher als vermittelnde und bevormundende Partei im Arbeitskampf wahrgenommen, die über die Köpfe der Belegschaften hinweg mit den Bossen Vereinbarungen treffen. Aber wie kann das eigentlich sein? Hier lohnt ein genauerer Blick auf die oft kritisierte "Gewerkschaftsbürokratie", die in Teilen konfliktorientierte Spielräume öffnet für selbstbewusste und klassenpolitische Gewerkschafter*innen, um sich ihre Gewerkschaft neu anzueignen.


Und ab geht die Post. Über Verteidigungskämpfe im Betrieb und die Rolle von Sozialist:innen

Mit dem Argument „ökonomische Sachzwänge“ treiben Konzernspitzen Arbeiter*innen und Gewerkschaften immer mehr in die Defensive – ob im öffentlichen Bereich durch Kürzungen oder durch Transformationsprozesse und Gewinneinbrüche in der Privatwirtschaft. Die Folge: massiver Personalabbau, Flexibilisierung und Arbeitsverdichtung auf Kosten der Kolleg*innen und der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wie können wir als betrieblich Aktive mit „ökonomischen Sachzwängen“ umgehen, ohne uns vom Kapital vor den Karren spannen zu lassen? Mit welchen Strategien können wir „das Beste“ für die und mit den Kolleg*innen rausholen und gleichzeitig die erfahrbaren Widersprüche nutzen, um die Systemfrage zu stellen? Diesen und weiteren Fragen wollen wir uns anhand der betrieblichen und politischen Entwicklungen bei der Deutschen Post nähern und in die Diskussion kommen.


Vom Weltkrieg zur Novemberrevolution: Die Rolle der revolutionären Obleute in Berlin.

Gewerkschaftliche Organisierung gegen Krieg und Krise: die Revolutionären Obleute 1914-1920

Jeder kennt die Roten Matrosen - weniger bekannt ist, dass in Berlin ganz normale Gewerkschafter die Novemberrevolution vorbereiteten. Mit ersten politischen Streiks begann 1916 der gewerkschaftliche Widerstand gegen den Weltkrieg. Träger der Streiks waren ehrenamtliche Vertrauensleute in den Betrieben, die sich ab 1918 „Revolutionäre Obleute“ nannten. Diese organisierten erfolgreich mehrere Massenstreiks, die schließlich im Sturz des Kaiserreichs mündeten und zum Vorläufer der Rätebewegung wurden. Anhand seiner Biographie zu Richard Müller, einem führenden Protagonist der Revolutionären Obleute, wird der Historiker Ralf Hoffrogge in einem kurzen Referat die Entstehung der Streikbewegungen gegen den ersten Weltkrieg darstellen. Wer waren ihre Träger, wie funktionierten sie, was haben sie uns heute zu sagen? Ralf Hoffrogge, Historiker & Autor des Buches "Richard Müller - der Mann hinter der Novemberrevolution"