Poor thing Barbie! Wie feministisch ist Hollywood?

Barbie (Greta Gerwig)und Poor Things (Giorgos Lanthimos), zwei der wichtigsten Filme des Jahres 2023 behandeln im weitesten Sinne das Thema Feminismus, Frauenunterdrückung, doppelmoralige Männer und Frauen, die beide unfreiwillig durch einen Mann erschaffen wurden. Beide sind auf ihre Art Meilensteine der Filmgeschichte: das wahrgewordene girlboss Productplacement und die weibliche Frankenstein. Wir wollen uns die Frage stellen: Wie feministisch ist Hollywood? Was haben die Filme gemeinsam und warum sind zwar beide Filme wichtig aber nun noch nicht alles gut.


Marxismus und Fantasy

Elbinnen und Zwerge, Magier und Hexen, Ritter und Königinnen – schon das Personal eines durchschnittlichen Fantasy-Romans klingt nach Wirklichkeitsflucht. Kein Wunder, dass das Genre in der marxistischen Tradition mit einiger Skepsis betrachtet wird. Alles, was sich irgend auf Tolkien und den Herrn der Ringe beruft, scheint bestenfalls als guilty pleasure zu taugen, schlimmstenfalls zu faschistoiden Phantasien rund um muskelbepackte Barbaren mit riesigen, bluttriefenden Schwertern einzuladen. In der Veranstaltung wollen wir über die künstlerische Idee der Fantasy nachdenken und diskutieren, ob auch Fabelwesen revolutionäres Potential haben und es so etwas wie einen progressiven Eskapismus gibt.


Klasse und psychische Gesundheit

Angehörige der Arbeiter*innenklasse leiden deutlich häufiger unter psychischen Störungsbildern wie Menschen mit hohen Einkommen. Doch gerade Armutsbetroffene sind deutlich weniger beim Arzt, bei Vorsorgeuntersuchungen und erhalten kaum Therapieplätze. In der Veranstaltung spricht Olivier David darüber, warum und wie Kapitalismus psychisch krank macht. Olivier David ist Journalist und Autor. In seinem aufwühlenden, autobiographischen Buch „Keine Aufstiegsgeschichte“ setzte er sich zuletzt intensiv mit der Beziehung von sozialer Herkunft und psychischer Gesundheit auseinander.


China und die USA - eine Analyse der imperialistischen Kräfteverhältnisse

Die Konflikte zwischen China und den westlichen Staaten – allen voran die USA – haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Aus einem Schwellenland ist eine Staat hervorgegangen, der über gewaltige ökonomische Ressourcen verfügt und seinen politischen und ökonomischen Einflussbereich gezielt ausbaut. Die Ansprüche gegenüber Taiwan werden mit militärischen Drohkulissen untermauert. Dabei galt China lang als Musterschüler der Globalisierung und ist heute untrennbar mit hunderten Ökonomien weltweit verwoben, allen voran den westlichen Industriestaaten. Wie aus dieser Win-Win-Situation der gefährlichste geopolitische Konflikt unserer Zeit entstand, verfolgen wir anhand der Wirtschaftsgeschichte der US-amerikanisch-chinesischen Geschichte nach.


Wie ist die Hamas entstanden? - eine kritische Analyse

In den Medien wird die Hamas als Terrororganisation abgetan, eine Analyse des historischen Entstehungszusammenhanges bleibt zumeist aus. Der Aufstieg der Hamas ist ohne die gescheiterte Zwei-Staaten-Lösung, die von der PLO mit Israel ausgehandelt worden war, nicht denkbar. Die Politik Israels gegenüber den Palästinensern ist immer von einem »teile und herrsche« und Fortführung der Siedlungspolitik bestimmt gewesen und hat damit einen wesentlichen Beitrag zum Aufstieg der Hamas geleistet.


Buchvorstellung: Trans*feministische Perspektiven auf Marxismus

Vielen ist klar, dass liberale Identitätspolitik dem Leben queerer und trans* Menschen nur bedingt helfen kann. Weniger klar ist, wie eine antikapitalistische, kämpferische Alternative aussehen kann. Dass eine solche Alternative allerdings unabdingbar ist, wird in Anbetracht steigender Mieten, zunehmender Armut und dem Erstarken der Rechten immer deutlicher. Der im Frühling 2024 erscheinende Sammelband „Bite Back! Queere Prekarität, Klasse und unteilbare Solidarität“ liefert trans* marxistische Antworten. Mitherausgeberin Lia Becker wird Texte von trans*femininen Autor*innen zu prekärem Leben, Trans*feminismus und Heilung vorstellen, um anschließend gemeinsam in die Diskussion zu kommen.


English: Sex, Power, Oppression, Exploitation: A short history of sexuality under capitalism

Der Marxismus kann einen großen Beitrag zum Verständnis von Sexualität und Sexualpolitik leisten. So liefert eine Analyse kapitalistischer Produktionsverhältnisse einen tiefen Einblick in das Aufkommen und Verstetigen gewisser Sexualitäten und Lebensformen. Und marxistische Kritiken von z.B. Kommerzialisierung und Verdinglichung ermöglichen wiederum eine kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Sexualpolitiken. Wie genau Sexualität im Kapitalismus aus einer marxistischen Perspektive zu verstehen ist, darum wird es in einer Diskussion mit Paul Reynolds, Soziologe & Editor von Historical Materialism: Research in Critical Marxist Theory gehen.


Eine Marxistische Analyse der Gewerkschaften

Gewerkschaften sind, so Marx, Ordnungsfaktor und Gegenmacht zugleich. Diesen Doppelcharakter besitzen sie seit ihrer Entstehung und bestimmen damit über Krieg und Frieden im Betrieb. Statt als Kampforganisation der Arbeiter*innen und Motor in Tarifauseinandersetzungen werden Gewerkschaften und ihre haupt- und ehrenamtlichen Funktionär*innen heute oft eher als vermittelnde und bevormundende Partei im Arbeitskampf wahrgenommen, die über die Köpfe der Belegschaften hinweg mit den Bossen Vereinbarungen treffen. Aber wie kann das eigentlich sein? Hier lohnt ein genauerer Blick auf die oft kritisierte "Gewerkschaftsbürokratie", die in Teilen konfliktorientierte Spielräume öffnet für selbstbewusste und klassenpolitische Gewerkschafter*innen, um sich ihre Gewerkschaft neu anzueignen.


Und ab geht die Post. Über Verteidigungskämpfe im Betrieb und die Rolle von Sozialist:innen

Mit dem Argument „ökonomische Sachzwänge“ treiben Konzernspitzen Arbeiter*innen und Gewerkschaften immer mehr in die Defensive – ob im öffentlichen Bereich durch Kürzungen oder durch Transformationsprozesse und Gewinneinbrüche in der Privatwirtschaft. Die Folge: massiver Personalabbau, Flexibilisierung und Arbeitsverdichtung auf Kosten der Kolleg*innen und der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wie können wir als betrieblich Aktive mit „ökonomischen Sachzwängen“ umgehen, ohne uns vom Kapital vor den Karren spannen zu lassen? Mit welchen Strategien können wir „das Beste“ für die und mit den Kolleg*innen rausholen und gleichzeitig die erfahrbaren Widersprüche nutzen, um die Systemfrage zu stellen? Diesen und weiteren Fragen wollen wir uns anhand der betrieblichen und politischen Entwicklungen bei der Deutschen Post nähern und in die Diskussion kommen.


Workshop: Crashkurs Luxemburg & Lenin: Zum Verhältnis von Partei und Bewegung

Rosa Luxemburg und Lenin, zwei der bedeutendsten Denker:innen der sozialistischen Bewegung, haben intensiv über die Verbindung zwischen Partei und Klasse nachgedacht. Beide vereinte aber nicht nur das Grübeln über Klassenkämpfe, sie teilten die Erfahrung aktiv in einen revolutionären Prozess intervenieren zu können. Dabei zerbrachen sie sich den Kopf über die Frage von Strategie und Taktik, Bewegung und Partei, Klassenkampf und Revolution.
Im Workshop möchten wir den Fragen nachgehen: Wie gestaltet sich die Rolle der Partei inmitten von Klassenkämpfen? Wozu in einer festen Struktur organisieren? Und welche Grundsätze sind dabei wichtig? Welche historischen Erfahrungen formten dabei die Gedanken von Luxemburg und Lenin? Gab es Unterschiede zwischen den Konzepten von Lenin und Luxemburg?
Der Workshop richtet sich gleichermaßen an Menschen mit und ohne Vorwissen. Er hat einführenden Charakter.